Welch ein spannendes Thema...ich glaube, fast jede/r, der sich dafür entschieden hat, einen Hund bei sich aufzunehmen, wird sich diese Frage schon mal gestellt haben.
Ich kann mit fast jeder Variante aufwarten. Mein erster Hund (also einer, der auch mit mir lebte, ich bin auf dem Dorf und mit Hunden aufgewachsen, von denen irgendwie ziemlich viele ein bisschen auch meine waren

) war ein Cocker Spaniel. Axel kam von einer Züchterin aus Oberschleißheim als Welpe zu uns. Ich war damals 16. Ich habe Axel geliebt, er durfte aber nie "mein" Hund werden, weil mein Vater da...naja...er war eben von Grunde auf nicht nett (dabei belassen wir es mal) und recht dominant war, durfte ich zwar Dienste leisten, aber nicht miterziehen. Mein Vater hatte null Ahnung, das Ergebnis ist klar. Axel war mein Sonnenschein, aber auch ein echt schwieriger Charakter. Er war superanstrengend und hörte für keinen Pfennig (es sei denn, er wollte).
Später, bereits erwachsen und mit Kind, kam Bautz zu mir. Bautz war damals 8 Monate alt und hatte seit seiner Geburt in seinem Rudel gelebt. Er war ein Mischling (Papa->Collie/Schäfer, Mama->Deutsch Drahthaar/Gordon Setter). Was für ein süßes Bärchen! Riesig, knuffig....und kaum zu bändigen. Also genauso wie Axel eine echte Wundertüte. Auch er war mein Augenstern, aber ich hatte meine liebe Mühe mit dem kräftigen Quirl.
Seit Ende Juni 09 wohnt nun Tom bei uns. Mein erster Tierheimhund und zudem bereits 6 oder 7 Jahre alt (so genau weiß das keiner). KEIN Auslandshund, sein Halter verstarb im Alter von 85 (!!) Jahren. Dieser Mann hatte ihn nicht rausgelassen, ihn fett gefüttert. Im Tierheim saß Tom ein dreiviertel Jahr, ist dort abgemagert, weil er das Fressen verweigerte und nur das Notwendigste frass.
Kurzzeitig wurde er einmal vermittelt, das Paar konnte nicht mit ihm klar kommen, dann wurde er dort von einem fremden Hund blutig gebissen...also saß er wieder im Tierheim.
Tom hat uns in sich verliebt gemacht. Der war ganz eindeutig. Zu Euch geh ich, mit Euch geh ich, Euch will ich.
Tja...Tom versteht sich prima mit Katzen (haben sie uns gesagt), er kann aber nichts (haben sie uns gesagt), er verweigert das Essen und ist da total heikel (haben sie uns gesagt). Fazit: Wir haben ihn erstmal in Pflege genommen, um zu schauen, wie und ob wir zueinander passen. Keine 2 Tage später war klar: Er hasst Katzen und er kann sehr viel mehr als nichts.
Er ist schwarz und groß und blafft jeden Hund an. Er liebt Menschen, er liebt uns, er lernt, wie ein Schwamm, er verteidigt seine Beute, er ist total verschmust, er findet es im Dunkeln nicht toll, er muss erst lernen, zu spielen, er geht total klasse an der Leine, ist dankbar für jede Streicheleinheit, er lacht ein wunderschönes Lachen, ist wunderschön geworden, frisst seit dem ersten Tag wie ein Scheunendrescher.
Auch Tom liebe ich heiß und innig.
Alle drei Hunde hatten mich auf ihre Art bezaubert, sie alle hatten Baustellen, Ecken, Kanten und Überraschungen parat.
Was irgendwann unser Zweithund wird oder viel, viel später vielleicht mal Tom's Nachfolger/in? Keine Ahnung. Wo die Liebe hinfällt. Das habe ich nicht zu entscheiden. Das entscheidet ein Blick, eine Streicheleinheit, ein Bild, ein Nachmittag im Grünen bei einem Spaziergang.
Langer Text...sorry dafür. Aber kurz lässt sich die Frage nicht beantworten.