Dann will ich auch mal:
Ich wollte ja eigentlich einen Schäferhund

(Ich hatte zwei DSH und einen Labbi als langjährige Gassi-Hunde). Nachdem aber alle mir abgeraten haben, so als Anfängerhund wäre das ja wohl nichts, habe ich im örtlichen Tierheim angerufen. Da wurde mir aber dann mitgeteilt, dass keiner der größeren Hunde als Ersthund in Frage käme, nen Chihuahua hätte sie noch da gehabt, aber das wollte ich nun nicht unbedingt.
Dann dachte ich schaue mal im Internet, ob ich einen "Ups-Wurf" finde (damals habe ich darüber noch ein wenig anders gedacht als heute), da bin ich über ein Bild von Gila gestolpert. Text dazu: vier Monate alte Mischlingshündin in gute Hände abzugeben.
Ich habe dann dort mal angerufen, da wurde mir dann erklärt, dass der "Welpe" aus Spanien kommt. Aha. Spanien. Jeden Tag eine gute Tat nicht wahr? Viel weiter habe ich damals ernsthaft nicht gedacht
Es gab dann eine Vorkontrolle bei uns Zuhause (damals noch bei meiner Mutter), durch Mitglieder der Organisation, die hatten scheinbar auch weiter nichts zu bemängeln.
Der Hund wurde dann eingeflogen, ich bin hin und habe sie mir angeschaut.

Vier Monate? Sicher nicht. 9 Monate war mein "Welpe" nun also, naja. Madame hatte mich da schon um den kleinen Finger gewickelt, sie kann das sehr gut, auch heute noch

.
Ich erkundigte mich dann nochmal nach der Rasse, Aussage der Pflegestellung: irgendein Mischling. Kann man nicht genau sagen. Schäfer vllt. dabei wegen der Farbe.
(Da hab ich mich dann, als alter Schäfer-Fan, natürlich gefreut).
Bin dann nochmal heim, habe ein paar Nächte drüber geschlafen und den Hund dann abgeholt.
Als ich grade quasi auf dem Weg zur Haustür war wurde mir noch gesagt: ist bestimmt ein Podenco mit drin! Aha

Was das? Kann man das essen?
Nach drei-vier Wochen hat mich dann die Frau von der Pflegestelle angerufen, um sich zu erkundigen, wie es denn so läuft.
Nunja, ich berichtete also von dem Ausbruchswillen meines Hundes, von zwei gerissenen Kaninchen, Angst vor allem was lebt, sich bewegt, Geräusche macht oder atmet etc. (obwohl, sie hatte auch Panik vor Bushaltestellen)
Und das ich den Hund jetzt erstmal an die Schlepp gepackt habe, um die einheimische Fauna vor weiterem Schaden zu bewahren.
Zitat:" Wie den Hund die ganze Zeit an der Leine? Also sowas gäbs ja bei mir nicht! Wollen sie denn den Hund jetzt wieder abgeben??"
Ähm, hallo? Nein! Wollte ich nicht. Man kann ja an allem arbeiten und Haustüren und Fenster (!) geschlossen halten.
Inzwischen wusste ich dann auch Dank Tante Google was denn nun eigentlich ein Podenco ist.
Öhm ja, nun stümpern wir also seit Sommer 06 so vor uns hin und steigern uns langsam aber sicher. Drei Schritte vor, zwei zurück, so kam es mir zumindest im ersten Jahr vor.
Eigentlich haben wir schon viel erreicht, aber ich bin noch nicht da, wo ich hin will.
Von der Organisation hat sich nie mehr jemand gemeldet, es gab auch keine Nachkontrolle, ich hätte was weiß ich was mit dem Hund anstellen können.
Insgesamt ist die Hunde-Anschaff-Aktion ungefähr so zu bewerten:

Ich hab vorher nicht für fünf Cent überlegt. Mit etwas gründlicherer Recherche im Vorfeld wäre es sicher anders gekommen, aber dann hätte ich heute meine Maus nicht und darüber will ich eigentlich auch lieber nicht nachdenken

Auch wenn sie mir mit Sicherheit meine ersten grauen Haare sehr frühzeitig bescheren wird.
Mein nächster Hund kommt erstmal definitiv nicht aus dem Tierschutz, ich möchte einmal einen VDH-Welpen um zu sehen wie ich mich dann schlage. Der übernächste dann vllt. wieder. Aber ein Podenco wird es nicht mehr. In meinem Herzen ist da nur Platz für einen

(Und meien Nerven würden wohl auch keinen weiteren ertragen

)
Ob ein DSH als Ersthund jetzt die sooo viel schlechtere Wahl gewesen wäre als ein Podenco-DSH-Mix? Nunja

Michael sagte mir aber am Freitag: sieh es so, schocken kann dich bei deinen nächsten Hunden definitiv nix mehr, das wird ein Kinderspiel!
Wo er Recht hat, hat er Recht.