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Leo - Hund mit zwei Gesichtern
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Bollerkopp


Wohnort: Dormagen
Beiträge: 17

(14.06.2011 23:44)Florian schrieb:  Nein, ein "Versehen" war das definitiv nicht. Das war schon eine klare Maßregelung.

Und ich habe noch keine Ahnung ob und wie ich daran arbeiten soll.

Hallo!

Ich möchte das mal aufgreifen wenn ich darf.
Ich bin ja auch in einem Tierheim tätig wo ein paar Hunde sitzen, die auch so ihre Baustellen mit Aggressionen haben.

So wie Du die Situation beschreibst würde ich das nicht als Maßregelung sehen, sondern aus den Fugen geratenes Hüteverhalten.
Die Hüter können es ja bekanntlich nicht haben, wenn sich wer entfernt.
Ein Hund der sich in einer solchen Ausnahmesituation (Tierheim, Stress, Unsicherheit, etc.) befindet reagiert oft unangemessen.

Wie definierst Du das Wort "Maßregelung"?
Mein Staff hat das einmal gezeigt auf einem Seminar. Eine Trainerin musste ihn festhalten, ich musste mich entfernen und dann wurde er losgelassen, um zu mir zu rennen. Das hat er auch getan, ist dann aber sehr zielstrebig zurück und hat der Trainerin die Mütze vom Kopf gezogen. (das war eine mit Bommeln dran)
Wir nehmen an, dass er da seinen Unmut kund tun wollte, kann aber auch einfach Übersprungsverhalten gewesen sein. Erfahren werden wir das nie.

Was ich damit sagen möchte, ich würde Leo so etwas wie eine Maßregelung nicht unterstellen wollen. Das was Du beschrieben hast, zeigt einen sehr ängstlichen und verunsicherten Hund, dem es vielleicht Erfolg brachte, in Situationen wo er überfordert ist, nach vorn zu gehen.

Ich trainiere bei uns auch solch einen. Der hat auch schon gebissen und fackelt da auch nicht lang.
Da würde ich aber nie an Maßregelung denken oder Kontrolle.
Gerade unsichere Hunde haben da ganz andere Sorgen.

Clickerst Du? Ich hab so sehr gute Fortschritte erzielt, egal ob 80 Kilo fremdenfeindlicher Kangalmix oder Leinenfräser oder eben unsicherer Beißer.

Ich finde es jedenfalls super, wie Du die Situation aufgelöst hast!
Das war positiv für beide Seiten und sehr wichtig.
Ist Leo einen Maulkorb gewöhnt?
Dann könntest Du so mit ihm weiter arbeiten und brauchst keine Angst um Deine Gesundheit zu haben.

LG Regine

Immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten, sondern was schlimmer ist, zu Gewohnheiten.

Oliver Hassencamp
15.06.2011 10:13
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Florian
Kraxelflori

Wohnort: Paderborn
Beiträge: 1.035

Als Maßregelung würde ich eine köperliche "erzieherische Maßnahme" vom Hund an den Menschen sehen. In diesem Fall als "Du gehst nicht ohne meine Erlaubnis zum Tor/nimmst mein Spielzeug". Die präzise Definition der Verhaltensforschung kenne ich nicht. Ich habe Maßregelung also eher als schwammigen Oberbegriff gewählt.

Übersteigertes Hüteverhalten könnte man es wahrscheinlich auch nennen. Ich habe es schon zweimal erlebt, dass Leo den Menschen, wenn man ihn nach dem Gassigang zurück in das Außengehege setzen möchte, plötzlich anspringt. Nicht als Begrüßung o.ä.. Vielleicht eher in dem Sinne "ich will nicht, dass du mich gleich alleine dort zurückläßt".

Kann man gezielt an dem Problem "ich hack da mal rein, weil mir das in früheren Situationen auch geholfen hat" arbeiten? Oder geht das nur in dem konkreten Fall, also z.B. "wieder hergeben von Spielzeug".

Von Unsicherheit hat Leo leider ganz, ganz viel. Durchaus auch im Zusammenhang mit der Gegebenheit Tierheim.

LG Florian
15.06.2011 22:31
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Susa
Senora

Wohnort: Benissa/Spanien
Beiträge: 12.867

Vielleicht können wir beim Treffen alle einmal über Leo sprechen
und bei soviel erfahrenen Hundehaltern, kommt uns dann bestimmt auch eine gute Idee, wie man mit Leo weiter arbeiten kann.

Viele liebe Grüsse
Susanne, Chispa und Aisha

Der Hund, der ist ein Rudeltier, drum leben immer 2 bei mir

http://casaursulita.jimdo.com/
16.06.2011 00:07
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Bollerkopp


Wohnort: Dormagen
Beiträge: 17

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.06.2011 09:42 von Bollerkopp
(15.06.2011 22:31)Florian schrieb:  Kann man gezielt an dem Problem "ich hack da mal rein, weil mir das in früheren Situationen auch geholfen hat" arbeiten? Oder geht das nur in dem konkreten Fall, also z.B. "wieder hergeben von Spielzeug".

Ja! Kann man!
Wir haben mittlerweile den 3. Leinenfräser im Tierheim sitzen.
Der erste kam aus einem anderen Tierheim zu uns. Er wurde dort nicht mehr spazieren geführt, weil er immer hoch sprang und in Leine und auch Hände hackte.
Oftmals bessert sich das schon etwas durch regelmäßige Spaziergänge (bei uns kommen alle Hunde 3 Mal am Tag raus).
Dann wurde es besser durch umlenken, sprich er bekam ein Gummi-Spielzeug in die Schnute wenn er in dieses Verhalten fiel.
Ich hab ihn einfach angeclickt für alle viere am Boden und Leine auslassen.
Ganz wichtig war auch, dass man ruhig blieb und nicht darauf einging.
Dieser Hund zeigt das Verhalten einmal stress-bedingt und aber auch wenn ihm draußen langweilig ist oder er nichts mit sich anzufangen weiß.
Dieses Verhalten hat ihm in der Vergangenheit halt immer Aufmerksamkeit verschafft, egal ob positiver oder negativer Art.
Daher hat sich das so manifestiert.

Daher frug ich, ob du mit dem Clicker arbeitest. Weil da kann man sehr schnell und effizient gutes Verhalten einfangen, bestätigen und somit verstärken.

Das Anhüpfen wenn einer gehen will kann auch einfach nur Konfliktverhalten sein. Es gibt Hunde, die mögen eigentlich die Anwesenheit des Menschen aber sind dann auch überfordert wenn Mensch dann anwesend ist und was von ihnen will.

LG Regine

Immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten, sondern was schlimmer ist, zu Gewohnheiten.

Oliver Hassencamp
16.06.2011 09:41
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Florian
Kraxelflori

Wohnort: Paderborn
Beiträge: 1.035

Mit dem Clicker arbeite ich bisher nicht. Ich werde da mal in einer ruhigen Minute drüber nachdenken.

Danke schon mal für die Tipps!

LG Florian
17.06.2011 09:00
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MomoTaps


Wohnort: Finnentrop-Lenhausen
Beiträge: 4.207

(16.06.2011 09:41)Bollerkopp schrieb:  Dann wurde es besser durch umlenken, sprich er bekam ein Gummi-Spielzeug in die Schnute wenn er in dieses Verhalten fiel.

Logisch umlenken...einerseits gut gedacht, mein Gedanke hierbei ging allerdings zunächst: Hund zeigt schlechtes Verhalten, Hund bekommt Spielzeug. Hund wurde belohnt. Kann es hier nicht vorkommen, dass der Hund fortan, wenn er sein Spieli will, mit dem schlechten Verhalten loslegt???

Wir haben ja selbst zwei nicht so sichere Hunde. Einer davon kontrolliert dabei noch gern, bzw. im Tierheim wurde gesagt, Momo habe einen Schutztrieb. Gerade bei unsicheren Hunden - sehr, sehr konsequent sein. Wobei ich mit konsequent nicht bös mein, sondern sich rigoros an Regeln halten.

LG, Nicole & Stefan mit Mo & Taps

Ich kann nicht! Wer das sagt,setzt sich selbst Grenzen.

Denkt an die Hummel

Die Hummel hat 0,7qcm Flügelfläche bei 1,2 g Gewicht.
Nach dem bekannten Gesetz der Aerodynamik
ist es unmöglich,bei diesem Verhältnis zu fliegen.
Die Hummel weiss das aber nicht & fliegt einfach!
17.06.2011 09:27
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Bollerkopp


Wohnort: Dormagen
Beiträge: 17

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.06.2011 13:43 von Bollerkopp
(17.06.2011 09:27)MomoTaps schrieb:  
(16.06.2011 09:41)Bollerkopp schrieb:  Dann wurde es besser durch umlenken, sprich er bekam ein Gummi-Spielzeug in die Schnute wenn er in dieses Verhalten fiel.

Logisch umlenken...einerseits gut gedacht, mein Gedanke hierbei ging allerdings zunächst: Hund zeigt schlechtes Verhalten, Hund bekommt Spielzeug. Hund wurde belohnt. Kann es hier nicht vorkommen, dass der Hund fortan, wenn er sein Spieli will, mit dem schlechten Verhalten loslegt???

Hallo!

Also ich hab das mit dem Spieli nur am Anfang gemacht. Dann hab ich rein geclickt. Weil er das Spieli dann recht schnell fallen gelassen hat und einfach weiter gegangen ist ohne zu fräsen.
Demnach hat er das Spielzeug nicht als Belohnung angesehen.
Belohungen sind sehr variabel und situationsbedingt unterschiedlich.
Wenn ein Hund zum Beispiel einen Hasen hetzen möchte und Du lässt dieses Verhalten nicht zu wird als Belohnung dafür oft Futter z. B. verschmäht. Weil das Erregungslevel zu hoch ist und Hund in der Aufregung oft nicht fressen kann. Da belohne ich dann zum Beispiel mit einer Rennsequenz, lasse Hund kontrolliert der Geruchsspur nachgehen oder ihn ein Ersatzobjekt jagen und suchen.

Ich sehe das Spielzeug in diesem Fall aber nicht als Belohnung an, weil ich sein Übersprungsverhalten einfach umlenke. Das Verhalten ist ja meistens stressinduziert. Das ist einfach Management, um Hund aus diesem unerwünschten Verhalten zu holen und er damit keine Erfolge mehr erzielt.
Er soll lieber seine Zähne in das Spieli hacken als in die Leine oder meine Hände.
Man wird dann sehr gut im Timing und erkennt das unerwünschte Verhalten schon im kleinsten Ansatz.

Florian, es gibt sehr gute Bücher zum Thema Clickertraining.

http://www.amazon.de/gp/product/images/3...56&s=books

Dieses z. B.

LG Regine

Immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten, sondern was schlimmer ist, zu Gewohnheiten.

Oliver Hassencamp
17.06.2011 13:27
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Shyla
American Girl

Wohnort: Seattle
Beiträge: 410

Wie gut kennst Du Dich mit den Eigenheiten von Bordern aus? Das er nicht Umwelttauglich ist geht klar aus Deinen Beschreibungen hervor, aber ob da wirklich Angst ist, was er bei Unsicherheit zeigt?

Vorallem die erste Gegebenheit mit dem Flohmarkt, da beschreibst Du ein Border, der sich ins Platz wirft und dann das Hueteobjekt im Tiefgang umpirscht. Tiefergelegt mit rundlichem Ruecken und Rute runterhaengend angelegt ist ein Border in hoechster konzentration, bereit sich durchzusetzen.

Gerade wie er sich im Zwinger verhaelt deutet doch stark darauf hin, dass Du einen Hund vor Dir hast, der Konfrontation nicht scheut, wenn er ein Ziel vor Augen hat.

see you Shyla und Elisabeth
19.06.2011 02:35
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Florian
Kraxelflori

Wohnort: Paderborn
Beiträge: 1.035

Das es sich bei der Situation am Flohmarkt um bordertypisches Anschleichen gehandelt hat, kann ich mir kaum vorstellen. Die ganze Körpersprache war Unsicherheit. Eng an den Feldrand gedrängt und mit Tunnelblick voran. Das war viel mehr eine Flucht daran vorbei.

LG Florian
20.06.2011 22:46
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Bollerkopp


Wohnort: Dormagen
Beiträge: 17

(19.06.2011 02:35)Shyla schrieb:  Wie gut kennst Du Dich mit den Eigenheiten von Bordern aus? Das er nicht Umwelttauglich ist geht klar aus Deinen Beschreibungen hervor, aber ob da wirklich Angst ist, was er bei Unsicherheit zeigt?

Vorallem die erste Gegebenheit mit dem Flohmarkt, da beschreibst Du ein Border, der sich ins Platz wirft und dann das Hueteobjekt im Tiefgang umpirscht. Tiefergelegt mit rundlichem Ruecken und Rute runterhaengend angelegt ist ein Border in hoechster konzentration, bereit sich durchzusetzen.

Gerade wie er sich im Zwinger verhaelt deutet doch stark darauf hin, dass Du einen Hund vor Dir hast, der Konfrontation nicht scheut, wenn er ein Ziel vor Augen hat.

Letztendlich können wir nur mutmaßen, da wir den Hund nicht beobachten können.
Aber Angstverhalten ist ja meist klar lesbar beim Hund.
Das ins Platz werfen und das von Dir beschriebene Pirschen sehe ich oft bei unsicheren Kanditaten, auch bei Rassen die nicht zu den Hütern gehören. Dabei würde ich aber nicht deuten und pauschalisieren, dass derjenige Hund sich immer gleich durchsetzen will.
Es geht doch erstmal ums beobachten der Situation.

LG Regine

Immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten, sondern was schlimmer ist, zu Gewohnheiten.

Oliver Hassencamp
21.06.2011 10:19
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