..... also eines vorweg, es geht um eine Freundin... bzw. nähere Bekannte.
Sollte sie sich in nächster Zeit hier anmelden, darf ich dann um Löschung dieses Beitrages bitten?
Hier wird gleich nichts stehen, was ich ihr nicht selbst sagen werde, dennoch wäre dieser Beitrag vielleicht ein schlechter Start für sie und das möchte ich ihr dann doch nicht antun, auch wenn ich das Folgende jetzt einmal hier loswerden muss und vielleicht sagt Ihr mir ja auch, dass ich alles wiedereinmal viel zu verbissen sehe:
Diese Freundin hat leider nahezu die gleichen psychischen Probleme wie ich, zur Zeit befindet sie sich in Psychotherapie in einer Tagesklinik, d.h. sie ist von morgens 8 Uhr bis nachmittags um 16 Uhr in der Klinik.
Ihr Alltag bringt viele Probleme mit sich, nicht zu letzt extrem in finanzieller Hinsicht. Da sie keine Arbeit hat und ihr Lebenspartner, mit dem sie etwas über Jahr zusammenlebt nur sporadisch sich mit irgendwelchen Callcenterjobs über Wasser hält.
Warum poste ich das hier?
Gestern schrieb sie mich im Skype an und sagte: Du Ela, ich muss Dir was erzählen, bzw. was zeigen.
Glaubt mir, ich hab schon geahnt was kommt.
(bitte einmal nach unten scrollen)
Das ist Lotta!
Sie lebt jetzt bei ihnen.
Sie waren gestern im Tierheim und haben sich MAL EBEN einen Hund geholt.
Leute ich könnt ausrassten!
Sie weiß NICHTS von dem Tier, Lotta ist ein Fundhund, wurde vor 4 Wochen vom Tierheim gefunden, ist wahrscheinlich 1,5 - 2 Jahre alt.
Das ist alles was meine Freundin weiß.
Was mich am meisten dabei aufregt, ich habe 10!! Jahre mit mir gekämpft, ob ich aufgrund meiner Erkrankung (postraumatische Belastungsstörung mit den verschiedensten Begleitsymptomen) einem Hund gerecht werden kann.
Ich bin zwischenzeitlich berentet, und selbst das hat mich überlegen lassen, was ich einem Hund bieten kann.
Auch wenn ich mit Hunden aufgewachsen bin und bis vor 10 Jahren immer Hunde bzw. einen Hund hatte, so habe ich mich aufs Neue informiert, habe abgeklärt, was mit dem Hund wird, wenn ich in die Klinik muss, habe wieder überlegt, ob wir wirklich dann einen Hund aufnehmen sollte, wenn ich einmal im Jahr für 8 Wochen einfach nicht da bin.
Klar, haben meine Therapeuten die Anschaffung eines Hundes aufs äußerste begrüßt, weil eben das Thema "Hund" das einzige Thema aus meiner Kindheit und Vergangenheit ist, was positiv besetzt ist.
Aber dennoch war/ist das Verantwortungsgefühl dem Tier gegenüber immer stärker und größer als meine eigenen Bedürfnisse.
Und meine Freundin holt sich mal eben einen Hund aus dem Tierheim.
Einen Hund dessen Vorgeschichte sie nicht kennt, sie keine Hundeerfahrung hat (sie hatten als sie ein Kind war mal einen Spitz).
Sie haben oft selbst nicht genug Geld zum einkaufen, haben eine älter Katze, die sie selbst nicht artgerecht ernähren, denn die ist schon extrem übergewichtig.
Haben einen Hasen, der mehr oder weniger in seinem Käfig dahin vegitiert.
Aber sie redet schon seit sie Räuber gesehen hat, davon, dass sie sich sehnlichst auch einen Hund wünscht.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass hat sie nur gemacht, weil ich einen Hund habe.
Sie sagte schon immer, wenn ich einmal einen Hund habe, dann möchte ich, dass Du ihn erziehst, Räuber ist sooo gut erzogen.
Ich brauche nicht zu erwähnen, was da nun auf mich zukommt.
Boah, als ob ich nicht im Moment selbst genug an der Backe hätte, da ich mich momentan psychisch auf einer ziemlichen Talfahrt befinde... *grumpf*
Aber schon jetzt, ich hab den Hund bis auf dieses eine Foto noch nicht einmal gesehen, fühl ich mich für diese Tier verantwortlich.
Wie kann man nur so sein, ich überlegen mir jeden Schritt zwei - drei Mal, bevor ich ihn wage - und solche Leute - tun sowas "mal eben".
Was wird aus dem Hund, wenn sie ab Montag wieder in die Klinik geht, ihr Lebensgefährte arbeitet im Moment, d.h. der Hund ist ab Montag schon den ganzen Tag alleine zumind. über mehrere Stunden.
Wie wird der Hund ernährt, wer kümmert sich um Erziehung und Auslastung? Wie soll eine Hundeschule bezahlt werden?
Wer bezahlt die "Erstausstattung"? Wer bezahlt den Tierarzt?
Wer "fängt den Hund auf", wenn die psychischen Schwierigkeiten zu Tage treten?
....... Ich könnt endlos weiter fragen....
Ich weiß echt nicht, was ich tun soll.. ich könnt sie einfach nur schütteln.
Beaglaender
Moderator
Wohnort: Ennepetal Beiträge: 1.773
Ela, ärgere dich nicht.
Menschen sind so, die einen planen und bereiten alles gut vor, machen sich Gedanken und sind sich der Verantwortung für ein Lebewesen sehr bewußt, die anderen geben ihren eigenen Bedürfnissen freien Lauf und handeln entsprechend unüberlegt.
Mein Rat für dich:
Schüttel nicht sie (dafür ist es ja zu spät, der Hund ist ja da), schüttel die gefühlte Verantwortung für diesen fremden Hund von dir ab.
Es ist nicht einfach, aber es wird dir helfen und du musst wissen, man kann nicht jeden Hund retten. Dieser hat jetzt einfach Pech.....im günstigsten Fall ist es ein anspruchsloser Hund, im ungünstigsten Fall wird er über kurz oder lang wieder im TH sitzen, aber es ist nicht deine Verantwortung.
Ich würde mich da völlig raushalten.
Viele Grüße
Sabine
Du möchtest festhalten,wenn jemand, den du liebst, dich verlassen muß.
Du möchtest schreien: "Das kannst du doch nicht machen, ich liebe dich doch!" Er aber braucht dein Loslassen, um gehen zu können, um seinen Frieden zu finden, um seine Sehnsucht zu stillen.
Ich kann deine Wut sehr gut verstehen aber nun ist es ja zu spät.Sie wird sich wahrscheinlich vor vollendete Tatsachen gestellt haben weil sie wußte das du gegen eine Hundeanschaffung sprechen würdest.
Es ist schon manchmal komisch nach welchen Kriterien die Leute vom TH einen Hund abgeben.
Der finanzielle Aspekt und auch das die vorhandenen Tiere nicht gut versorgt werden ist natürlich keine gute Basis aber ich würde mich genau wie Sabine schreibt einfach raushalten.
Du hast mit Dich und deinen Räuber und darauf solltest du dich konzentrieren.
Lg Birgit
Sei meines Hundes Freund, und du bist auch der meine!
Ich kann mich den Worten von Sabine nur anschliessen. Du kannst gar
nichts machen.
Ich kann das Handeln Deiner Freundin auch nicht nachvollziehen und nur
hoffen, daß die Fellnase bald in ein besseres zuhause kommt, wenn sie merken, das es nicht klappt mit der Hundehaltung.
Viele liebe Grüsse
Susanne, Chispa und Aisha
Der Hund, der ist ein Rudeltier, drum leben immer 2 bei mir
Ich verstehe auch gut das DIch das rasend macht . Aber es stimmt, Du kannst das im Moment nicht ändern und solltest Dich deswegen nicht noch zusätzlich damit belasten.
Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann ist, WIE konnten die im Tierheim "mal eben" in solche Verhältnisse einen Hund vermitteln? . Das ist für mich das schlimmste überhaupt an der Sache.
Während mancher Mensch sich einredet mein Hund könnte ihn beißen, passe ich auf wie ein Hund das kein Mensch nach ihm tritt..
Wo ich zudem sehr stutzig werde ist, in welchem TH kann man sich "mal eben" einen Hund holen? Dachte da wird inzwischen überall mit zig Kontrollen, Hund kennenlernen, etc. gearbeitet?
LG, Nicole & Stefan mit Mo & Taps
Ich kann nicht! Wer das sagt,setzt sich selbst Grenzen.
Denkt an die Hummel
Die Hummel hat 0,7qcm Flügelfläche bei 1,2 g Gewicht.
Nach dem bekannten Gesetz der Aerodynamik
ist es unmöglich,bei diesem Verhältnis zu fliegen.
Die Hummel weiss das aber nicht & fliegt einfach!
Sabine hat eigentlich ja schon alles gesagt...du darfst dich für den Hund nicht verantwortlich fühlen, auch wenn es schwer fällt
(10.04.2010 14:32)Krümelmonster schrieb: Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann ist, WIE konnten die im Tierheim "mal eben" in solche Verhältnisse einen Hund vermitteln?
Das ist ja natürlich auch so ein Knaller, die sind dort bestimmt froh gewesen einen Hund loszuwerden, klasse!
LG
Birgit, Kenay und Cara
www.naturnah-fotos.de
...und ich sag noch zu mir, "Das ist total blöd was Du da machst"
Shyla
American Girl
Wohnort: Seattle Beiträge: 410
(10.04.2010 09:15)Elalein schrieb: Aber sie redet schon seit sie Räuber gesehen hat, davon, dass sie sich sehnlichst auch einen Hund wünscht.
Ja, vermutlich hat sie gesehen, wie viel Raeuber Dir gibt. Da hofft sie wohl auf einen aehnlichen Effekt bei ihr.
Ich kann den andern nur zustimmen. Du bist nicht verantwortlich fuer den Hund. Lass Dich nicht reinziehen.
(10.04.2010 09:15)Elalein schrieb: Sie sagte schon immer, wenn ich einmal einen Hund habe, dann möchte ich, dass Du ihn erziehst, Räuber ist sooo gut erzogen.
Nach meiner Erfahrung mit Josie, der Hund unser Nachbarin, rate ich jedem, der nicht Hundetrainer sein will, die Finger von Erziehungsversuchen bei befreundeten Hunden zu lassen.
Ich habe geglaubt, meine Nachbarin wuenscht sich einen Hund wie Shyla. Sie hat es ja oft genug gesagt. Aber nach einem halben Jahr, wo sie meine Anweisungen und Ratschlaege nur halbherzig umgesetzt hat, ist mir klar geworden, sie hat eine komplet andere Ansicht, wie ihr Hund sich verhalten soll.
Die ganze Erfahrung hat zu viel Stress fuer mich und angespanntes Verhaeltnis zu Josie und Nachbarin gefuehrt. Bis ich mit mir klar geworden bin, dass ich nicht fuer Josies Verhalten verantwortlich bin, wenn ihre Besitzern gemeinsam mit uns unterwegs ist.
das hat mich echt den ganzen Tag nicht losgelassen. Zu allem Überfluss ist da heute noch eine große Familienfeier (die Mutter ihres Lebensgefährten feiert ihren 50. Geb. in einer Gaststätte) und sie schleppt den Hund allen ernstes, an seinem ersten Tag in der Familie da mit hin.
Ich kann nur mit dem Kopf schütteln.
Spätestens morgen werde ich mit ihr spreche, wenn ich nicht noch heute eine eMail schreib, die es in sich hat.
So schwer es für mich, dem Tier wegen, auch sein wird, werde ich mich "raushalten". Auch wenn sie mich fragt, ich kann das nicht, zumal mein Mann hier berechtigter Weise auch eingreifen wird, dass hat er mir gestern schon gesagt.
Noch immer bin ich fürchterlich wütend über so viel Verantwortungslosigkeit... nein, nicht nur wütend, ich bin fassungslos.