Hallo zusammen,
unser Räuber ist nun 9,5 Monate alt. Seit 6,5 Monaten ist er bei uns.
Seit dem ersten gemeinsamen Spaziergang arbeite ich u. a. an der Leinenführigkeit.
Sie ist mir persönlich sehr wichtig, was etwas damit zu tun hat, dass die Hunde meiner Eltern sich an der Leine fast immer "erhängt" haben, schon als Kind habe ich immer gesagt: "Wenn ich mal einen Hund habe, tu ich ihm sowas nicht an!"
Vor etwas mehr als 10 Jahren, hatte ich einen Husky-WeißerSchäferhund-Mischling. Ich durfte ihn 2 Jahre bei mir behalten, bevor mein erster Mann mich verlassen hat und den Hund mitgenommen hat.
Aber auch bei Bengy (so hieß er) hab ich das "Vernünftig-an-der-Leine-Laufen" nie wirklich hinbekommen. Ich habe es immer darauf geschoben, dass Bengy nun einmal ein halber Husky war.
Das ist jetzt alles ziemlich weit ausgeholt, aber ich fürchte, sonst kann ich Euch nicht begreiflich machen, warum und weshalb ich hier wieder einmal mit mir selbst am hadern bin.
Zusammenfassend: Leinenführigkeit ist mir sehr sehr wichtig.
Aber es will und will nicht besser werden. Räuber prescht ständig in die Leine, so heftig, dass ich froh bin, mich für ein Geschirr entschieden zu haben. Aber nicht nur nach vorne, nein, auch "rückwärts" - manchmal komm ich mir echt vor, wie Räubers Gummiball.
Ich habe schon viel probiert, was sich allerdings wie ein roter Faden durch meine Erziehungsversuche, diesbezüglich, zieht ist, dass ich stehen bleibe, sobald die Leine angespannt ist. Erst wenn Räuber von sich aus - ohne ein Wort von mir - zu mir zurück kommt und bei mir ist, gehe ich weiter, was allerdings oft nur ein einziger Schritt ist, denn dann hängt Räuber schon wieder in der Leine. Bleibe ich stehen, kommt er meist zu mir zurück - wieder ein Schritt - wieder stehen bleiben. Sehr oft stehe ich aber 1 - 2 Minuten, weil Räuber irgendetwas entdeckt hat, was er sich dann in "aller Ruhe" anguckt. Wenn er dann weitergehen "möchte" kommt er zu mir zurück.
Versucht habe ich schon: plötzliche Richtungswechsel; Verbot, dass Räuber mich überholt; Zurückziehen und ein entschiedenes "Nein"; viel Lob, wenn er denn auf meiner Höhe war (was immer sofort zur Folge hatte, dass er wieder vorprescht); Ich habe es auch schon mehrere Male vermieden, viel mit ihm bei den Spaziergängen zu sprechen.
Außer mit seinem Jagdverhalten, dass er ebenfalls an den Tag legt, komme ich ansonsten super mit ihm klar, er ist im Haus oder bei fremden Leuten absolut gehorsam, lieb und einfach ein toller Hund.
Er ist ebenfalls absolut sozialverträglich. Gut, ein Rückruf klappt "nur" zu 80%, aber da sehe ich wenigstens "Land" und bin überzeugt, dass das noch gut wird.
Besonders schlimm mit der Leine wird es, wenn entweder jemand mit uns mit spazieren geht (Mann, Kinder, Freunde), so nach dem Motto: "Frauchen ist abgelenkt - PARTY!!!"
Und wenn wir in fremden Umgebungen sind, dann ist er echt kaum zu halten. Vorgestern hat er es derart übertrieben, mir tut heute noch die Schulter weh.
Bevor ich mir jetzt in meiner Hundeschule Einzelstunden hole, wäre ich für Vorschläge Eurerseits dankbar. Ich ziehe es auch in Erwägung, dass ich selbst einfach zu ungeduldig bin. Wobei, wenn ich meine Spaziergänge in den letzten Tagen betrachte, dann ist da schon eine Menge Geduld - vorwärts - stehenbleiben - rückwärtsgehen - vorwärts etc.
Was meint Ihr? Ich weiß, dass der Fehler hier bei mir liegt, nur weiß ich mir einfach keinen Rat mehr.
Danke für Eure Antworten.
Viele Grüße
Ela
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