casaribian

Normale Version: "Selbstbewußtsein" des Hundehalters
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2 3
Huhu meine Lieben Wink ,

wie die meisten ja wissen, arbeite ich bei uns jetzt im Verein teilweise auch als Übungsleiter aktiv mit.

Vielfach erlebe ich natürlich auch Hundehalter, die wenig bis gar kein Selbstbewußtsein haben, insbesondere wenn es um die Beziehung zu ihrem Hund geht. Da wird versucht, rumprobiert...usw. und der Hund quittiert das meistens mit dem typischen Mittelfinger.
Dabei wird einfaches aufrechtes Gehen des Halters schon zu einer Herausforderung, dem Hund klare, eindeutige Grenzen zu setzen, endet für den Hund in einer Spielaufforderung, weil er sie nicht ernst nehmen kann.

Nun mache ich mir natürlich meine Gedanken, wie ich ihnen dort etwas unter die Arme greifen kann, um ihnen ein "besseres" Gefühl (z.B. für Ausstrahlung) geben zu können und ihnen mehr Sicherheit zu vermitteln.

Ich weiß, dass es keine Sache ist, die man "mal eben" lernt. Aber vielleicht habt ihr noch ein paar Denkanstöße/Ideen/Übungen, die meine Arbeit dabei unterstützen könnten?! *liebguck*

Vielen Dank schonmal im Voraus. Zwinker
Ich finde am besten lernt man das wenn man sich selber sieht, also auf einem Video.Man kann vergleichen und und schauen was man falsch macht.

Was du auch machen könntest sind viele Übungen mit Körpersprache weil man da ja auch drauf achten muß das man halt nicht wie ein Fragezeichen da steht.
Bei den Übungen wird den meisten Leuten auch relativ schnell klar was man mit der körperlichen Präsenz bewirken kann.

Lg Birgit
Huhu Ricky,

sowas ist in meinen Augen nicht immer ganz einfach, weil das oft ein ziemlich schmaler Grad zwischen Hilfestellung und vorführen ist - in Abhängigkeit wie sensibel die Individuen sind.

Das mit dem Video kann helfen, wenn sich die Menschen darauf einlassen. Wobei das den Leuten oft nur zeigt was sie nicht können und nicht wie sie es besser machen können.

Wenn die Hundehalter noch nicht begriffen haben wie wichtig der eigene Körper in der Hundeerziehung ist, dann hab ich damals gerne eine Demonstration mit meinem eigenen Hund gemacht, der mir fehlende Körpersprache/-spannung auch sofort mit "Fehlverhalten" quittiert hat.

Körpersprachliche Trockenübungen können auch helfen, wenn die Menschen sich erstmal überwunden haben alberne Bewegungen ohne den Hund zu machen.

Gerne hab ich zur Verdeutlichung solche Dinge auch immer an einem Menschenteam gezeigt. Ganz einfaches Beispiel dafür ist das über den Hund beugen, was von vielen Hunden als unangenehm empfunden wird. Lass sich mal den Menschen auf den Boden setzen und beug dich darüber...die wenigsten finden das gut und können es hinterher am Hund selber besser umsetzen.

Hast du vielleicht einen Hund, der nicht sofort jeden Fehler durch sein Verhalten quittiert? Dann könntest du vereinzelt Hundehalter mal an den Hund lassen, damit sie vielleicht merken, dass das funktionieren kann und sich nicht so ein Frust aufbaut, weil das immer nicht funktioniert...vor allem mit dem eigenen Hund.

Ist-Standanalysen können auch hilfreich sein. Lass, wenn sich die Menschen darauf einlassen, die Hundehalter in einem abgesteckten Raum einzeln ein paar einfache Übungen vorführen und die anderen Hundehalter sollen dies aufmerksam beobachten und hinterher erklären was sie gesehen haben...an positiven und negativen Dingen.


Das erstmal so auf die Schnelle....aber du weißt ja...ich denk weiter Zunge2

Torfi

Wink

Ich war am Anfang auch jemand mit "fake"-Selbstbewusstsein. Mit meinem Hund hab ich da natürlich den Hauptgewinn gezogen und sie hat mich das auch spüren lassen Crazy

Mir hat im Endeffekt das Trial&Error Prinzip geholfen und meine Trainerin, die mir klipp und klar gesagt hat, dass ich den Hund in die Tonne kloppen kann, wenn ich so weitermache. Pfeif

Aber vllt. als Tipp für Deine Kunden:
Mir haben "Übungen" mit Menschen sehr geholfen. D.h. wir haben quasi eine Versuchsaufstellung gemacht, einer hat den Hund gespielt, ein anderer den Mensch. Dann hat man versucht den anderen nonverbal zu "lenken", ihm quasi mitzuteilen was er tun soll.
Im Anschluss wurde ausgewertet, wie der, der den Mensch gespielt hat, sich dabei verkauft hat. Ob er klar rüberkam, ob er selbstbewusst rüberkam etc. Eine Video-Analyse dazu wäre sicher super.

Auch "Hausaufgaben" finde ich gut dazu (die habe ich mir quasi selbst erteilt damals Zwinker ) Also z.B. als Aufgabe: gehe in der Stadt durch eine Menschenmenge mit der entsprechenden Körpersprache und weiche NIEMANDEM aus, jeder muss Dir aus dem Weg gehen.
Hört sich komisch an, aber es ist wahnsinn, was auch bei Menschen da die Körpersprache für eine Rolle spielt.
(Auf der Uni übrigens auch sehr praktisch Laughing )

Mittlerweile habe ich das so ganz gut in den Griff bekommen. Wir hatten letze Woche einen Pöbel-Rüden in der Gruppe, der bei Übungen ständig ausgebüxt ist und sich dann an die angeleinten Hündinnen ran gemacht hat.
An alle außer meine, weil ich ihm, ohne was zu sagen, meine Meinung darüber mitgeteilt habe Laughing Da war ich schon ein bisschen stolz auf mich Pfeif

Allerdings sollte man a) bereit sein hart an sich zu arbeiten und b) eine Veränderung wirklich wollen. Wohl wie immer im Leben. Weissnich

Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass ein Hund das effizienteste Mittel ist um Souveränität zu "lernen", weil sie einem so krass widerspiegeln wie man sich verhält, viel mehr als es ein Mensch je könnte.

Illa65

Das ist ganz schwer. Ich glaube, Selbstbewusstsein stärkt man am besten durch Erfolgserlebnisse.

Wie wäre es mit Spielrunden, wo die Aufgaben gemeinsam von Hund und Halter gemeistert werden müssen. Möglichst locker und mit viel Spaß. Viele Menschen tun sich schwer, wenn sie sich auch so beobachtet oder geprüft fühlen, aber wenn sie hier kleine Erfolge haben - gemeinsam mit ihrem Hund - dann kann das vielleicht helfen?

Aber jetzt frage mich bitte nicht, was für Spiele ...
Huhu ihr Lieben,

erst einmal ein ganz liebes Dankeschön für eure Ideen.
Sorry, dass ich mich jetzt erst melde Pfeif , aber die letzten Tage waren bei mir recht stressig.

Dann mal zu den Inhalten:

Videotraining haben wir bereits gemacht/angeboten... nur leider waren da wenig Leute da und nutzen dies insgesamt kaum. Schade... Die Idee finde ich aber auch sehr gut. Wir werden sehen, dass wir das öfter anbieten, dass es wenigstens jeder einmal gemacht hat.

Übungen mit Körpersprache machen wir auch viel. Generell versuchen wir viel über Körpersprache zu "lehren". Wie wichtig das ist und zeigen es auch mit den ihren und den eigenen Hunden vor. Mit Shelly hatte ich mal vorgeführt, wie unwichtig Kommandos eigentlich sind und Hunde eher auf Körpersprache reagieren. Dazu fragte ich zwei Leute nach je einem zweisilbigen Wort. Das waren "Papa" und "springen". Diese Worte sagte ich abwechselnd und brachte Shelly mittels Körpersprache ins Sitz, "Bleib", Platz, Hier, Fuß usw... selbst ne Rolle. Die Kunden zeigten sich auch sichtlich beeindruckt, weil sie mal wirklich sahen, wie "unwichtig" Kommandos eigentlich sind, wenn die Körpersprache + Kommunikation stimmt.
Auch mit den Hunden von den Leuten, die meinen, das klappt eh nicht... sie SEHEN, dass es klappen kann... nutzen das aber trotzdem oft nicht.

Wir machen z.B. auch mal Übungen, wo die Leute gar nicht mit ihren Hunden reden dürfen (einen Parcour z.B.). Das macht Spaß, klappt auch meistens und die Leute setzen sich zumindest damit auseinander und "probieren" was aus. Was sehr gut ist, weil sie nur durch eigene Übung besser lernen, als wenn der Trainer sagt: "Mach mal dies, mach mal das".
Wir machen Übungen mit den Menschen ohne Hunde. Wo sich die Leute untereinander "führen" sollen und wir darüber reden wie sie sich fühlen. (kommt oft besser, als wenn immer nur wir das machen)
Wir tauschen auch mal die Hunde, wenn sie damit einverstanden sind. Dabei strengen sie sich auch wirklich an und nutzen auch ihre Körpersprache.

Das Problem ist eben auch oft, dass sie Sachen sehen, erleben usw... aber Dinge dann nur tun, weil wir es gesagt haben. Wall
Sie "fühlen" das einfach nicht, *verzweifel* nehmen das nicht als Erfahrung mit, wollen sich nicht damit auseinandersetzen oder was weiß ich.... und das obwohl sie selbst sogar kleine Erfolge haben!!!
Beispiel: Hund hat nur Nase auf den Boden. Sie sollen sich mal aufrecht hinstellen und nicht mit dem Leckerli am Boden rumfummeln um die Aufmerksamkeit zu bekommen. Und schwupps... Hund guckt plötzlich nach oben.
Oder ein normales Sitz. Anstatt sich über den Hund zu beugen, zu locken und den Hund 10x Sitz sagen, stellen sie sich gerade hin, gehen u.U. einen Schritt auf ihn zu und schwupps.... er sitzt sofort und ist aufmerksam.
Aber das tun sie dann nur, wenn es gerade "Thema" ist. Sobald sie vom Platz sind oder das nächste Mal kommen.... Wall
Irgendwie fehlt mir das i-Tüpfelchen in meiner Kommunikation mit ihnen, dass sie diesen Schalter mal umlegen... aber das ist eben gerade die Grenze, an der ich mich befinde. Klar kann ich nicht jeden erreichen, gerade bei denen, die eh nicht wollen, keine Lust haben das auch außerhalb des Platzes zu üben usw. *hach*
Ricky, wie wäre es, wenn ihr mit der Gruppe mal *draussen*, also ausserhalb vom Platz, nen Spaziergang macht, mit kleinen Aufgaben?

Sabrina, meine zweite Hälfte vom Platz, macht das sehr oft und hat super Erfolg damit, weil die Leute merken, *Ups, das funzt ja draussen genau so wie aufem Platz!* Laughing
Ricky, ich kann das sooooo gut nachvollziehen. Mir geht es häufig nicht anders.
Diejenigen, die wirklich interessiert sind kommen auch mit eigenen Gedanken und
Vorstellungen, da macht es richtig Spass, aber es gibt leider auch viele die eigentlich nur auf den Platz kommen, damit man möglichst schnell ein Patentrezept, ohne viel Arbeit, aus dem Ärmel schüttelt.
Renate... wir bieten das an. Wir machen begleitete Spaziergänge (was sehr gut angenommen wird), Stadtgänge usw...............
Und machen das auch, wenn die Gruppe, aus welchen Gründen auch immer, sehr klein ist. (bis 3 Hundehalter)

Ja Susa, das ist ein wirkliches Problem. Entweder sind wir als Übungsleiter noch nicht "fit" genug, um den Leuten das zu vermitteln oder wir haben wirklich sooo viele "Null-Bock"-Hundehalter. Es wird wohl beides sein.... *seufz*
Knutsch Nicht traurig sein, Ricky!

ALLEN könnt ihr es eh nicht recht machen, und die, die wirklich gewillt sind, nehmen eure Tipps auch an!
Seiten: 1 2 3
Referenz-URLs