casaribian

Normale Version: Gedanken zur artgerechten Hundehaltung
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Bei dem Thema "Artgerechte Hundehaltung" komme ich immer ein wenig ins schwimmen. Gerade weil jetzt viele immer wieder auf diese Schiene zurück greifen.

Seit der Domestikation des Wolfes zum Hundes durch Zuchtauslese der Hunde für eine Tätigkeit die der Hund übernehmen sollte sind viele verschieden Hunderasse mit verschiedenen Bedürfnissen entstanden.

Da aber heute die wenigsten Hunde noch arbeiten sondern mehr oder weniger in Haushalten zur Freude für uns Hundehalter gehalten werden, übernehmen sie andere Aufgaben, wie Kindersatz sind Seelentröster, sind einfach Freunde oder Sportkamaraden. etc.

Sie brauchen nicht jagen weil die Notwendigkeit nicht besteht denn Futter gibt es aus der Dose. Ihre Aufgaben haben sich wieder verändert.

Also warum erzählen uns Trainer wir müssen mit unseren Hunden gemeinsam jagen gehen weil es Artgerecht ist.

Unsere Hunde werden heute mit Agility, THS, VPG, Longieren etc ausgelastet. Genau wie wir Menschen braucht den Sport brauchen, braucht der Hund einen Ersatz dafür seine Muskeln und sein Gehirn zu beanspruchen.

Diese Hunde sind doch schon wieder soweit an den Menschen angepasst das sie doch nicht mehr dem Sinn ihres damaligen Zuchtkriteriums entsprechen. Z.B.: Border nicht an Schafen sondern glücklich im Hundesport und abends hackenmüde und zufrieden auf dem Sofa.

Kurzum was versteht man unter Artgerechter Hundehaltung, wenn man Berücksichtigt das die Anpassung an den Menschen immer weiter voranschreitet. Ist dann nicht das fleezen auf dem Sofa auch artgerecht.

Denn die wenigsten Hunde der verschiedenen Rassen arbeiten noch das wofür sie ursprünglich gezüchtet wurden.

Das ging mir so durch den Kopf und vielleicht könnt ihr ja zu dem Wirrwar doch den ein oder anderen Denkanstoss geben.
Hm...was heißt denn eigentlich artgerecht? Artgerecht bedeutet den Ansprüchen genügen...und damit ist eine artgerechte Haltung im Bezug auf Tiere - gerade auf Hunde - doch eher individuell zu sehen, oder nicht?
Genau das meine ich Angela, wir können unsere Hunde nicht von unserem gesellschaftlichen Hintergrund trennen. Wie wir Menschen uns verändern, verändert sich auch unsere Umwelt und unser Einfluß auf die Tierwelt in welcher Form auch immer und somit auch unsere Hunde und ihre Bedürfnisse.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir im Bezug auf meinen Hunde nie wirklich Gedanken über artgerechte Haltung gemacht habe, weil Gott sei Dank zwei Exemplar habe, die mir ganz deutlich zeigen wenn sie sich irgendwie unwohl fühlen.

Und Unwohlsein heißt für mich in dem Fall ganz klar, dass die "hündischen" Ansprüche nicht erfüllt sind...egal ob es sich dabei um die Auslastung in welcher Form auch immer oder um die körperliche Unversehrtheit.

Und ja, es wird sich immer weiter verändern...irgendwann wird dann auch Longieren, Trailen oder was auch immer nicht mehr als artgerecht angesehen.

Bleibt bloß die Frage, ob das immer fair ist, wenn schwächere Glieder einer Gesellschaft gezwungen werden sich Veränderungen zu unterwerfen bzw. sich diesen anzupassen....
Ich versuche meinen Hunden das zu bieten, was ihrer Rasse entspricht und ihnen Spass macht.

Bei meinen Landseermixen habe ich natürlich gewusst, dass sie Wasser
begeistert sind. Also habe ich entsprechend gehandelt und mit Chispa
Wasserrettungsarbeit gemacht.

Unterordnung fanden sie auch klasse, also habe ich sie darin gefördert.
Genauso wie in Spassagi und Longieren.

Ich kenne die Bedürfnisse meiner Hunde und versuche sie dementsprechend auszulasten.

Chispa ist z.b. absolut kein "Nasenhund", deshalb würde ich nie
auf die Idee kommen mit ihm zu fährten, oder Mantrailing zu machen.
Anders als Aisha, mit ihr würde ich es mal versuchen.

Ich versuche alles richtig zu machen und hoffe, ich habe zufriedene
Hunde.

"Artgerecht" würde ich nie auf einen Hund im Allgemeinen beziehen, sondern immer etwas Rassetypisch und die Anlagen versuchen zu fördern.

Natürlich kann man "artgerecht" auch anders betrachen:
Reine Zwinger- oder Kettenhundhaltung ist genauso wenig artgerecht,
wie ein Schosshündchen, der nur getragen wird und in ein schickes
Outfit nach dem anderen gesteckt wird.
Ich mache mir da (leider?) zu wenig Gedanken darüber - ich habe eine Chow-Chow. Er ist zufrieden, wenn er 20 Stunden am Tag ruhen darf - und dass bekommt er, alles andere bedeutet für ihn Stress und Anspannung.
Im Umkehrschluss, halte ich ihn dann artgerecht.
Also, für mich bedeutet artgerechte Hundehaltung daß man den Hund, egal welcher Rasse, körperlich und geistig auslastet.

Ob das bei einem Border-Collie unbedingt Schafe zu hüten bedeutet, ein Husky muß einen Schlitten ziehen, der Jagdhund sollte nur in Jägerhand, neee, das sehe ich nicht so.

Denke daß man alle Hunderassen auch anders glücklich machen kann. Schön ist es natürlich wenn mit ihnen ein wenig ihrer Rasse entsprechend gearbeitet wird, aber das heißt nicht daß sie nicht auch mit anderer Beschäftigung ausgelastet, zufrieden und glücklich sind.


LG ElkeZwinker
Also fleezen auf dem Sofa finde ich dann artgerecht, wenn es nicht 100% des Tages ausmacht. Laughing
Warum? Weil Kontaktliegen auch zum Hund gehört. Naja... außer bei Shelly. Laughing

Ich habe jetzt mehrfach woanders gelesen, dass die Hunde "einfach so mitlaufen". Das mag für manche Hunde ausreichend sein, wenn sie immer "nur" dabei sind, aber für viele denke ich das nicht. Und für mich auch nicht.
Wenn ich mir einen Hund anschaffe, dann schaue ich schon, was mal ihre Aufgaben waren. Dementsprechend würde ich zumindest einen kleinen Teil versuchen abzudecken und zu fördern, weil es ihnen idR Spaß macht.
Das ist zum Beispiel ein Grund, warum ich mich für keine sehr jagdtriebige Rasse entscheiden würde. Ich könnte ihre Bedürfnisse nicht befriedigen.
Beim Golden Retriever würde ich mich nicht festlegen, da ich vielleicht auch mal in die Soziale Arbeit mit ihm gehen wollen würde. Weiß ich jetzt aber noch nicht.
Aber dann würde ich zumindest in der Freizeit versuchen, Nasenarbeit/Apportierarbeit mit ihm zu machen.

Das "Problem" ist eher, dass die Hunde so dermaßen anpassungsfähig sind, dass sie sich oft mit der Bequemlichkeit der Halter abfinden. Manche geben sich sogar richtig auf............. Und das ist echt traurig. Sad
Sowas ist nicht artgerecht für mich. Der Hund vegetiert mehr oder weniger vor sich hin, weil er nicht gefördert/gefordert wird.

Bevor ich hier ganz vom Thema abkomme...
Artgerecht bedeutet für mich, das ich seine Triebe erkenne und diese auch befriedige.
Bei Shelly ist es die Arbeit mit Beute. Oder eben das Suchen selbiger.
Eben auf den Hund eingehe. Was, wie Ängie sagte, sehr individuell sein kann.

Altai

Ich würde einen unterschied zwischen Art- und Rassegerechter Haltung machen. Unter Artgerecht verstehe ich dem Hund angepasstes Futter, Bewegung und Unterbringung.
Wichtiger finde ich die Rassegerechte Haltung. Ein Windhund z.B. sollte öfter die Gelegenheit bekommen seine Hetzleidenschaft zu befriedigen mit Bahnrennen, Coursing oder sonstigen ähnlichen Ersatzjagten. Braucht aber im Gegensatz zu Hütehundrassen nicht so viel Kopfarbeit.

Alkonost

Hm, Artgerecht/Rassegerecht...

Bestimmt hätte mein Schäferlein auch Freude daran gefunden mal ein Hasi zu jagen, wenn ich nicht von klein auf daran gearbeitet hätte, das sie Ballis jagt Zwinker
Natürlich ist für die Schäferin auch Beute wichtig, aber bei ihr kann ich entscheiden, was Beute ist Zwinker
Immer dabei zu sein das ist für sie das Höchste. Wenn ich nur zum tanken fahre, egal Hauptsache sie darf mit und wenn sie dann noch etwas tun kann, sie trägt z.B. gerne etwas, dann ist sie stolz wie Oskar. Mir scheint das sie damit zufriedener ist, als wenn ich mich Speziel und mit Sport mit ihr beschäftige. Sie war ganz gerne beim Agi, aber wenn ich hier im Haus arbeite und sie kann mir etwas tragen helfen dann geht der Hund darin auf.

Sowas ist völlig unter des Hortaya Würde Laughing Nie würden die mir etwas hinterher schleppen oder sich sonstwie nützlich machen. Das was die bringen ist Beute und Beute lebt oder hat mal gelebt. Die würden nie Flatterbändchen bringen. Es muß schon das echte Hasenfell sein.

Die Beiden haben Freude an allerlei Kunststückchen, aber bitte nicht ständig und nur.
Wenn man ihre Gesichter sieht nach der Hatz (Coursing/Bahn) und wenn Chub mir dann noch den "Hasen" bringen kann, dann sieht man, was die 2 wirklich Glücklich macht.

Das ist der selbe Ausdruck, den die Schäferin hat, wenn sie helfen kann.

Wie gesagt es geht auch anderes mit beiden Rassen, aber das was sie wirklich beglückt ist gänzlich unterschiedlich.

Gruß Iris
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